MdB und MdL
Wir brauchen eine Reform der Pflegeversicherung, mit der wir uns ganzheitlich auf unsere älter werdende Gesellschaft und auf die Versorgung pflegebedürftiger und insbesondere dementiell erkrankter Menschen einstellen“, so lautete das Fazit der Bundestagsabgeordneten Hilde Mattheis bei der Pflegekonferenz in der letzten Woche. Mit der pflegepolitischen Sprecherin der SPD- Bundestagfraktion diskutierten etwa 30 Experten und Interessierte in den Ulmer Stuben.
Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung und dem Ansteigen der Zahl der Pflegebedürftigen sei eine umfassende Pflegereform notwendig. „Bereits im Jahr 2015 werden die Ausgaben die Einnahmen in der Pflege übersteigen“, mahnte Mattheis den politischen Handlungsbedarf an. Außerdem stehe dem wachsenden Pflegebedarf ein erwarteter Mangel an 152.000 Pflegekräften im Jahr 2025 gegenüber.
Die Forderungen der SPD für die Pflegereform umfassen die Reform des Pflegebedürftigkeitsbegriffes, die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sowie die Sicherung einer solidarischen Finanzierung. „Gute Pflege muss uns etwas wert sein“, betonte sie auch angesichts der Forderung nach einer besseren Entlohnung der Pflegekräfte, „denn in unserer älter werdenden Gesellschaft wollen wir nicht, dass pflegebedürftige Menschen allein und ohne Hilfe dastehen“.
Ergänzt und unterstützt wurde der diskutierte Reformbedarf durch geladene Experten: Alternative barrierefreie Wohnformen und gemeinschaftliche Projekte für Jung und Alt dienen dazu, dass betroffene Menschen länger in ihrem gewohnten Lebensumfeld wohnen bleiben können, begründete Angela Rubens vom Verein mehrgenerationenwohnen ihre Forderung nach mehr finanzieller Förderung.
Pflegestützpunkte zur Koordinierung der Hilfsangebote müssten an sieben Tage die Woche geöffnet sein, unterstützte Helga Gerstmaier vom Ulmer Seniorenrat die Arbeit von Constanze Schulz- Blasevic. Mehr Anerkennung des Berufs der Altenpfleger und Entbürokratisierung waren die Anliegen von Ruth Schumann und des Dreifaltigkeitshofes. Den Fokus auf Qualität legen will Hans- Joachim Seuferlein von der AOK. Auch Prävention müsse forciert werden, damit weniger Pflegebedarf entstehe.
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