Plätze für Solarkraftwerke

Presseecho

Immer größere Solarkraftwerke drängen aufs Land, passen aber nicht überall in die Landschaft. Aus diesem Grund wollen Dornstadt, Beimerstetten und Westerstetten Vorrangflächen für Fotovoltaik festlegen.

Eine Fotovoltaikanlage so groß wie zwölf Fußballfelder deckt den Strombedarf von etwa 600 Vier-Personen-Haushalten. Darüber hinaus lässt sich damit Geld verdienen. Pro Kilowattstunde bekommen die Betreiber 31,94 Cent, wenn die Freilandanlage vor dem 31. Dezember 2009 in Betrieb gegangen ist. Bei einer jährlichen Stromausbeute von drei Millionen Kilowattstunden, auf die unsere Zwölf-Sportplätze-Anlage kommen dürfte, macht das 958.200 Euro.

Auch wenn die Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zum 1. Januar auf 28,43 Cent je Kilowattstunde gesunken ist und weiter sinken wird, bleiben Solarkraftwerke für Investoren interessant. Das zeigen zum Beispiel Anfragen in den Rathäusern von Ehingen, Allmendingen, Blaubeuren.

Die Anlagen können aber nicht einfach in die Landschaft gebaut werden. Voraussetzung ist ein Bebauungsplan. Diesen aufzustellen, ist Sache der jeweiligen Kommune. Um nicht von Antrag zu Antrag entscheiden zu müssen, sondern den Bau von Freiland-Solaranlagen zu steuern, sind die Stadt Ehingen und die Gemeinde Allmendingen dabei, Fotovoltaik-Vorrangflächen auszuweisen. Diese werden in den jeweiligen Flächennutzungsplan eingezeichnet und bilden die Grundlage für Bebauungspläne.

Diesem Beispiel wollen die Gemeinden Dornstadt, Beimerstetten und Westerstetten jetzt folgen. Einstimmig hat der gemeinsame Ausschuss der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der drei Kommunen beschlossen, mögliche Standorte für Solarkraftwerke suchen zu lassen. Der Auftrag soll an das Stuttgarter Planungsbüro Wick und Partner gehen, das zunächst noch ein genaues Angebot vorlegen muss. Nach den Worten von Wick-Geschäftsführer Karl Haag wird diese Standortuntersuchung nicht mehr als 10.000 Euro kosten.

Anhand der Gemeinden Allmendingen und Altheim (Hochsträß), für die das Büro ebenfalls tätig war, erläuterte Haag die Vorgehensweise bei einer "Landschaftsraumbewertung". Natur- und Landschaftsschutzgebiete scheiden demnach von vorne herein aus. Außer der topografischen Eignung - Südhang bevorzugt - und der Nähe zur Hochspannungstrasse werde der landwirtschaftliche Bodenwert berücksichtigt. Im Geltungsbereich eines bestehenden Bebauungsplans könne zwar schneller genehmigt und gebaut werden, aber nicht immer passe ein Solarkraftwerk in das jeweilige Gebiet, sagte Haag. Aus diesem Grund spielten auch optische Erwägungen eine Rolle - das gelte sowohl in der Nähe von bebautem Gebiet als auch auf freiem Feld. Die Gemeinden könnten nicht nur Vorrangflächen für Fotovoltaik festlegen, sagte Haag, sondern dazu auch Vorgaben machen: über die Intensität der Nutzung, über ökologischen Ausgleich.

Auch die Trassen von Autobahn und neuer ICE-Strecke sollten in die Untersuchung einbezogen werden, regte die Dornstadter Gemeinderätin Gabriela Erb an. Schließlich könnten die Lärmschutzvorkehrungen dort mit Fotovoltaik-Solarzellen bestückt werden. Reiner Veith, ebenfalls Gemeinderat in Dornstadt, wies auf die Windkraft-Vorrangfläche zwischen Temmenhausen und Bermaringen hin. Wegen der "Vorbelastung" könnte ein Solarkraftwerk dort als weniger störend empfunden werden.

Die Bürgermeister der drei Gemeinden - Rainer Braig (Dornstadt), Andreas Haas (Beimerstetten), Hermann Krieger (Westerstetten) - betonten die Notwendigkeit, Fotovoltaik-Vorrangflächen festzulegen. Haas: "Sonst können wir nicht mehr ordnend eingreifen."

Quelle: Südwestpresse, 04.02.2010

 

Homepage SPD Ulmer Alb (Dornstadt, Beimerstetten, Westerstetten)

 

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